Trophy Mountain & Wells Gray Park


Eine empfehlenswerte Informationsquelle zur Geschichte und Natur des Wells Gray Provincial Parks sowie für Details zu den hier erwähnten und vielen anderen Wanderungen ist das folgende Buch: Exploring Wells Gray Park, 6th Edition, 2015 von Roland Neave.

Trophy Mountain - Hüttenwanderung 

Vom 23. bis 27. August 2009 steht eine fünftägige Hüttenwanderung in der Trophy Mountain Range auf meinem Programm. Die Trophy Mountain Range liegt im südlichen Teil des Wells Gray Provincial Parks und besteht aus einer Gruppe von neun Gipfeln, die auch einfach als „The Trophies“ bezeichnet werden. Der höchste Gipfel ist 2577 Meter hoch und erfordert eine gewisse Bergsteigererfahrung. Die übrigen Gipfel und Grate sind zugänglicher, doch für eine Tageswanderung zum Teil zu weit. Unsere Gruppe übernachtet in bequemen Berghütten, von denen aus wir einige der entlegeneren Gipfel ersteigen und die rauen Täler mit ihren malerischen Bergseen und bunten Wildblumenwiesen durchwandern können.


Wir werden auf den Osthängen der Berggruppe aufsteigen und dann nach Norden durch das Valley of the Lakes über den Eagle Pass ins abgelegene Moul Valley gelangen. Unterwegs verbringen wir jeweils zwei Nächte im Trophy Mountain Chalet und der Discovery Cabin. Mit einem Abstecher auf den Table Mountain werden wir die Trophies auf der nördlichen Seite verlassen.

Tag 1: Trophy Mountain Chalet
4 km - 2 ½ Stunden - Anstieg 523 m
4 km - 2 ½ Stunden - Anstieg 523 m

 

Wir treffen uns am Büro des Veranstalters „Wells Gray Adventures“ in Clearwater, dem kleinen Ort am Eingang des Wells Gray Provincial Parks. Unsere kleine Gruppe ist international und besteht aus dem holländischen Pärchen Hans und Inge, der Neuseeländerin Roa, mir selbst und unserem Guide JF (Jean-François). Ein Truck bringt uns über die raue und holperige Spahats Creek Road bis zum Kilometer 12.8. Dort verteilt JF noch einige frische Lebensmittel auf unsere Rucksäcke und wir beginnen den steilen Aufstieg zur ersten Hütte, dem Trophy Mountain Chalet.

Der Pfad führt durch alten Waldbestand aus Fichten und Engelmann-Tannen. Kurz vor dem Chalet erreichen wir die Almwiesen der alpinen Zone, auf denen selbst so spät in der Saison noch einige Wildblumen blühen. Unser Blick zurück fällt auf Raft Mountain, der mit 2450 Metern Höhe und fünf Gipfeln ein weiteres attraktives Bergmassiv in dieser Gegend ist.

Raft Mountain 2450 m
Raft Mountain 2450 m

Das Trophy Mountain Chalet liegt 2153 Meter hoch und macht einen gemütlichen Eindruck, sowohl von außen als auch von innen. Solarenergie und Propan ermöglichen den Luxus von Kühlschrank, Kochherd und Licht. Das Trinkwasser wird aus einem bei der Hütte gelegenen See entnommen und gefiltert. Eine Kompost-Toilette ist in einem getrennten Gebäude untergebracht. Lange Treppen führen zu den Gebäuden hinauf und verdeutlichen uns, wie hoch der Schnee hier im Winter liegt.

Im Loft liegen Matratzen mit Decken und Kissen bereit. Die Bezüge dafür haben wir selbst mitgebracht. Zwischenwände mit Vorhängen bieten eine gewisse Privatsphäre.

Nach einer Mittagspause auf dem Deck machen wir einen Ausflug zum Lookout Peak, der direkt hinter dem Chalet liegt. Von hier hat man den ersten Blick auf den Hauptgipfel des Trophy Mountain.

Trophy Mountain 2577 m
Trophy Mountain 2577 m

Auf dem Rückweg schauen wir auf das tief unter uns liegende Chalet hinunter, unser Zuhause für die nächsten zwei Nächte.

Trophy Mountain Chalet
Trophy Mountain Chalet

Vor dem Haus gibt es eine Bank, von der aus wir die schöne Aussicht genießen. Doch bald wird es zu kalt und wir ziehen nach drinnen um. JF bereitet unser Essen zu. Er akzeptiert Hilfe bei den Zuarbeiten und beim Abwasch, aber das eigentliche Kochen ist sein Revier. Er wird uns während der fünf Tage sehr gut versorgen. Anfangs gibt es noch viel frisches Gemüse und Fleisch, nur an den letzten Abenden müssen wir auf Konserven ausweichen. Es gibt immer Nachtisch und sogar ein bis zwei Gläser Wein für jeden.

Wir verbringen einen angenehmen Abend, an dem wir einander besser kennen lernen. JF hat besonders viel zu erzählen, denn er arbeitet im Sommer als Wander-Guide, im Winter als Ski-Guide und zwischen den Saisons als Baumpflanzer in Wiederaufforstungs-Camps. Die Bergluft macht müde, und so ziehen wir bald um ins Loft.

Tag 2: Tageswanderung zu Trophy #6 und Swim Lake
 Ca. 7 km - 5 Stunden inkl. Lunch - Anstieg ca. 250 m
Ca. 7 km - 5 Stunden inkl. Lunch - Anstieg ca. 250 m

 

Nach einem warmen Frühstück mit Pfannkuchen und Speck brechen wir zu einer Tagewanderung in die Umgebung des Chalets auf. Wir klettern über die Trophies #8, #7 und #6, die eigentlich mehr Berggrate sind als wirkliche Gipfel. Nummer 6 wird auch Ptarmigan Peak oder Third Ridge genannt. Bei den meisten Namen handelt es sich nicht um offizielle Bezeichnungen, sondern sie wurden von den Guides vergeben, um die Orientierung und Verständigung untereinander zu erleichtern.

Von Ptarmigan Peak hat man eine fantastische Aussicht auf Trophy Mountain und drei Seen, die an seinem Osthang liegen.

Trophy Seen
Trophy Seen

Ein weiterer, namenloser See liegt tief unter uns. Nordöstlich davon sieht man Swim Lake, ein großes von Felsen umgebenes Gewässer, das wir auf der weiteren Wanderung erreichen werden.

Auf dem Weg zu Swim Lake
Auf dem Weg zu Swim Lake

Swim Lake, wie der Name schon sagt, lädt an heißen Tagen zu einem erfrischenden Bad ein. Heute ist es jedoch so frisch, dass wir auf eine Abkühlung verzichten und lieber unsere warmen Jacken anbehalten. Wir machen eine ausgedehnte Mittagspause und erfreuen uns am Ausblick auf eine Felsenhalbinsel mit einigen Nadelbäumen.

Rast am Swim Lake
Rast am Swim Lake

Bereits am frühen Nachmittag sind wir wieder bei der Hütte. Wirklich müde sind wir noch nicht, aber wir haben morgen mit der 11 Kilometer langen Wanderung zur zweiten Hütte auf der anderen Seite des Eagle Pass einen sechs- bis siebenstündigen Weg vor uns.

Tag 3: Transfer zur Discovery Cabin
11 km - ca. 6 ½ Stunden - Anstieg 518 m
11 km - ca. 6 ½ Stunden - Anstieg 518 m

 

Heute packen wir unsere Rucksäcke und wandern zur nächsten Hütte, der Discovery Cabin, die am Fuß des Discovery Hills liegt. Wir klettern erneut den Berg hinter dem Chalet hoch und durchqueren alpines, felsiges Terrain. Dann geht es bergab in Richtung des Valley of the Lakes. Wildblumen und Seen bestimmen das Bild.

Wildblumen auf dem Weg ins Valley of the Lakes
Wildblumen auf dem Weg ins Valley of the Lakes

Wir wandern durch einen Waldgürtel und etwa zwei Stunden nach unserem Aufbruch erreichen wir den Talboden des Valley of the Lakes. An einem der Seen halten wir Mittagsrast.

Valley of the Lakes
Valley of the Lakes

Nach der Pause steigt der Weg wieder an und führt über blühende Almwiesen in Richtung Eagle Pass. Von Felsen und Wildblumen eingefasste Bäche sehen wie Steingärten aus, die man schöner gar nicht anlegen könnte.



Eagle Pass liegt auf 2061 Metern. Von hier sind es nur noch 45 Minuten bis zur Discovery Cabin. Der Pfad führt durch Lichtungen und Feuchtwiesen. Dieses Tal ist extrem abgelegen und für Tageswanderer fast unerreichbar.

Die Discovery Cabin ist ebenfalls sehr gemütlich. Sie hat eine etwas andere Aufteilung als das Chalet. Die Schlafplätze bieten nicht ganz so viel Privatsphäre, wenn man nicht gerade das Los für das einzige vorhandene Einzelzimmer gezogen hat. Bei einer solch kleinen Gruppe ist das Matratzenlager im offenen Loft jedoch überhaupt kein Problem.

Ein Problem macht jedoch der Kühlschrank, der wegen einer verstopften Propangasleitung nicht läuft. Mit vereinten Kräften und vielerlei Ideen gelingt es uns schließlich, das Gerät wieder in Gang zu bringen. Es ist für die Betreiber der Hütten nicht einfach, Reparaturen durchzuführen oder Ersatzteile zu besorgen, denn dies ist immer mit längeren Wanderungen verbunden. Teure Hubschrauber kommen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

Im Aufenthaltsraum entdecken wir in einem der Regale ein paar Spiele. So wird an diesem Abend gepokert und ein Glas Wein mehr getrunken als sonst. Es spielt keine Rolle, denn was wir heute trinken, gibt es am nächsten Tag eben weniger.

Tag 4: Tageswanderung zu Trophy #3
6 km - ca. 5 Stunden - Anstieg 300 m
6 km - ca. 5 Stunden - Anstieg 300 m

 

Heute steht eine Tageswanderung zum Trophy Gipfel Nummer 3 an. Er wird auch Moul Peak genannt. Wir wandern zurück zum Eagle Pass und folgen dort dem Grat, das zum Gipfel hinaufführt.

Auf dem Weg zu Trophy #3
Auf dem Weg zu Trophy #3

Bald erreichen wir eine Höhe, in der noch Schnee auf dem Grat liegt.

Grat mit Schnee
Grat mit Schnee

Vor uns öffnet sich der Blick auf Trophy Mountain aus einer neuen und ungewohnten Perspektive.

Trophy Mountain Panorama
Trophy Mountain Panorama

Wir haben unser Ziel vor Augen: Trophy Peak Nummer 3.

Trophy #3 (Moul Peak)
Trophy #3 (Moul Peak)
Felsvorsprünge auf dem Grat (Blick zurück)
Felsvorsprünge auf dem Grat (Blick zurück)

Kurz vor dem Aufstieg zum Gipfel wird der Grat sehr schmal und ist durch einige Felsvorsprünge unterbrochen, die wir umrunden müssen.

JF führt uns über eine Route, die mir gehörige Angst einjagt. Ringsherum geht es steil und tief hinunter, die Füße finden keinen festen Halt und losgetretenes Geröll poltert in den Abgrund. Ich sinke auf alle Viere und versuche mich an den Felsen festzuklammern. Dennoch scheine ich zu rutschen. Ich fühle mich wie gelähmt und meine Knie zittern, während die anderen Gruppenmitglieder überhaupt keine Probleme haben und höchstens etwas außer Atem sind. Offensichtlich hat mich ein Anfall von Höhenangst ergriffen. Schweren Herzens bleibe ich bei den Felsvorsprüngen sitzen und lasse die anderen alleine zum Gipfel ziehen.

Aufstieg vom Grat auf den Gipfel
Aufstieg vom Grat auf den Gipfel

Ich schaue den anderen zu, wie sie auf den Gipfel steigen. Immer wieder muss ich die Augen schließen, weil mir schwindelig ist. Ich verliere die Gruppe aus dem Blickfeld. Dann tauchen die vier als kleine Figuren oben am Gipfel auf und winken mir zu.

Blick vom Gipfel auf den Grat
Blick vom Gipfel auf den Grat

Später werde ich enttäuscht sein, dass ich den Gipfelaufstieg versäumt habe, doch während ich auf dem Felsenvorsprung hocke, kann ich es kaum erwarten, bis die anderen zurück sind und wir wieder auf sicheren Boden gelangen. Als der Grat beim Abstieg an Breite gewinnt, ist meine Höhenangst wie weggeblasen und mein Schritt wieder sicher.

JF versucht, den Weg zurück zur Hütte abzukürzen. Wie es in solchen Fällen gerne passiert, führt dieser Versuch zu einem wesentlich längeren Marsch nach Hause. Wir geraten in ein sumpfiges Gebiet, wo wir immer wieder stehendes Wasser umgehen und querfeldein über Baumstämme klettern müssen.

Am Ende gelangen wir sicher, aber ziemlich erschöpft bei der Hütte an. Es war ein ereignisreicher Tag. Ich bin immer noch traurig über den verpassten Gipfelaufstieg. Doch auch wenn ich es hier noch nicht weiß: Meine Höhenangst wird sich mit jeder Wanderung verringern und mich in Zukunft nicht mehr nennenswert einschränken.

Tag 5: Über Table Mountain und Philip Creek zur Battle Mountain Road
13 km - ca. 6 ½ Stunden - Anstieg 375 m, Abstieg 725 m
13 km - ca. 6 ½ Stunden - Anstieg 375 m, Abstieg 725 m

 

Schon ist der letzte Tag unserer Tour gekommen. Wir wandern nach Norden an einem weiteren See vorbei. Zum Abschied wird uns ein letzter Blick auf Trophy #3 gewährt.

See mit Trophy #3 und Trophy Mountain im Hintergrund
See mit Trophy #3 und Trophy Mountain im Hintergrund

Bald wird Table Mountain sichtbar. Er liegt direkt am Weg und wir werden einen Abstecher auf seinen relativ flachen Gipfel machen. Man mag kaum glauben, dass er 2224 Meter hoch ist, denn er wirkt im Vergleich zu den Trophies sehr undramatisch.

Table Mountain 2224 m
Table Mountain 2224 m

Der Aufstieg lässt einen die Höhe dann aber doch spüren und wir beginnen zu schnaufen. Etwas früher im Sommer sind die Hänge übersäht von Wildblumen, doch die Hauptblütezeit ist nun vorbei.

Aufstieg zum Table Mountain
Aufstieg zum Table Mountain

Von oben haben wir eine teilweise etwas diesige Aussicht auf Trophy Mountain, Battle Mountain und Philip Lake. Es ist sehr windig hier.

Blick zurück auf Trophy #3 und Trophy Mountain
Blick zurück auf Trophy #3 und Trophy Mountain
Battle Mountain 2369 m mit Skyline des nördlichen Wells Gray im Hintergrund
Battle Mountain 2369 m mit Skyline des nördlichen Wells Gray im Hintergrund
Philip Lake vor Battle Mountain
Philip Lake vor Battle Mountain

Am Fuß des Table Mountains beginnt ein unsagbar lang erscheinender Abstieg durch den Wald, bis wir endlich die Kreuzung mit dem Fight Lake/Cariboo Meadows Trail erreichen. „Wells Gray Adventures“ bietet eine 7-Tage-Tour an, auf der man von hier aus zur nächsten Hütte am Fight Lake weiter geht, um am folgenden Tag den Battle Mountain zu besteigen. Für uns Fünf ist jedoch heute Schluss und wir wandern über den Philip Creek zur Battle Mountain Road hinaus. Dort wartet ein verbeulter Truck auf uns, der uns die extrem schlechte Schotterstraße zur Clearwater Valley Road hinausfährt. Die Schlaglöcher sind so tief, das wir uns gut festhalten müssen, um nicht mit den Köpfen an der Wagendecke anzustoßen.

Zum Abschluss fahren wir noch zu den Helmcken Falls, denn niemand darf Wells Gray Park verlassen, ohne seinen berühmtesten Wasserfall besucht zu haben.

Helmcken Falls 141 m
Helmcken Falls 141 m

Für Interessenten an dieser sehr empfehlenswerten und gut organisierten Wandertour siehe Wells Gray Adventures.

Trophy Mountain - Mit Rucksack und Zelt 

Am Sheila Lake in den Trophy Mountains gibt es einen kleinen, aber feinen Zeltplatz. Er bietet mir im August 2012 eine gute Gelegenheit, meine neue Campingausrüstung zu erproben und ein Gefühl dafür zu entwickeln, solo im Hinterland zu zelten. Außerdem erlaubt es die Übernachtung, die sogenannte Trophy Mountain Skyline ausgiebig und ohne jede Eile zu erwandern. Für diese Wanderung über das gesamte West Ridge bis zum Trophy West Summit benötigt man nämlich vom Wanderparkplatz aus über sieben Stunden, was zuzüglich der jeweils zweistündige An- und Abreise für einen wirklich langen Tag sorgen würde. Die Übernachtung erlaubt es mir, die Distanz auf zwei Tage zu verteilen. Vom Wanderparkplatz bis zum Sheila Lake Campingplatz sind es nur eineinhalb Stunden und von dort zum West Summit und zurück noch einmal vier.


Nachmittags breche ich von zu Hause auf und fahre über Clearwater in den Wells Gray Provincial Park. Die Parkstraße ist kurvig, aber gut ausgebaut. Kurz hinter der Abzweigung zum Spahats Wasserfall beginnt rechts bei Kilometer 11,3 die raue Schotterstraße, die steil hinauf zum 1690 Meter hoch gelegenen Trophy Mountain Wanderparkplatz führt. Dort schultere ich meinen Rucksack und wandere den Pfad hinauf, der am Ende des Parkplatzes gegenüber von einem großen Info-Schild beginnt.

Shepherd‘s Hut
Shepherd‘s Hut

Nach einer Viertelstunde habe ich den alten Kahlschlag in der Nähe der Straße hinter mir gelassen und erreiche unversehrten Wald. Der Weg ist recht steil und ich spüre dies umso mehr, weil ich ihn das erste Mal mit einem voll bepackten Rucksack begehe. Doch es sind nur 40 Minuten bis zur Baumgrenze, wo die Steigung etwas abflacht. Am späten Nachmittag sind nicht mehr viele Wanderer unterwegs. Einige kehren von ihrem Ausflug auf den Berg zurück und wünschen mir Glück für meinen Solo-Trip. Nach weiteren zwanzig Minuten erreiche ich die Shepherd‘s Hut, eine verfallene Schutzhütte, die einige aus Österreich eingewanderte Schäfer in den fünfziger Jahren errichteten, als noch Schafe auf den Almwiesen geweidet wurden.

Die Trophy Mountains sind für ihre reichen Blumenwiesen bekannt. In der ersten Blüte des Jahres, noch während der Schneeschmelze, blühen die leuchtend gelben Glacier Lilies. Jetzt, Anfang August, hat bereits die bunte Sommerblüte ihren Höhepunkt erreicht. Der Pfad führt mitten durch die Almwiesen und verläuft dabei gelegentlich über Holzstege, denn es kann hier bei regnerischem Wetter sehr matschig werden.

Im Anschluss an die Blumenwiesen wird der Weg felsiger und ist von Heidekraut und Anemonen gesäumt. Bald erreiche ich die mit einem Schild markierte Abzweigung zum Sheila Lake. Von hier aus hat man einen guten Blick auf den Hauptgipfel des Trophy Mountain.

Trophy Mountain 2577 m
Trophy Mountain 2577 m

Heute spare ich mir den Weg geradeaus zum Sheila Lake Lookout und dem Grat weiter oben. Stattdessen folge ich dem Schild hinunter zum See, um mein Gepäck möglichst bald auf dem Campingplatz abladen zu können.

Der Campingplatz bietet sechs mit Holzrahmen eingefasste und dick mit Holzspänen bedeckte Zeltplätze, dazu ein Toilettenhaus und Metallboxen, um das Essen bärensicher zu verstauen. Es gibt Grizzlybären hier, doch werden sie überwiegend kurz vor oder während der Lilienblüte gesichtet, weil sie die Zwiebeln gerne als erste Frühjahrsnahrung ausgraben. Ich wähle den einzigen Zeltplatz direkt am See.

Mein Zeltplatz am Sheila Lake, das West Ridge im Hintergrund
Mein Zeltplatz am Sheila Lake, das West Ridge im Hintergrund

Ich baue mein Zelt auf und esse zu Abend. Es gibt „Mac & Cheese“ als Fertiggericht für Backpacker, das ich nur mit heißem Wasser aufbrühen und zehn Minuten ziehen lassen muss. Nichts für verwöhnte Gaumen, auch verhältnismäßig teuer, aber dafür ganz praktisch. Außer mir ist noch eine vierköpfige Gruppe anwesend, und ich freue mich, dass ich nicht ganz alleine bin hier oben. Solo-Zelten im Hinterland ist noch relatives Neuland für mich, und ich bin froh über die Gelegenheit, mit meiner Ausrüstung weiter vertraut zu werden. Ein einziges Mal erst war ich damit unterwegs: vor wenigen Wochen mit Freunden auf einem 5-tägigen Trip zum Mount Assiniboine.

Ich mache noch einen Abendspaziergang. Hinter dem Sheila Lake Lookout schaut Dunn Peak hervor, und in die andere Richtung blicke ich auf den Wasserfall, der über die Hänge des Trophy West Ridge herunterströmt.

Die Alpen-Anemonen (Western Anemones) sind auch in ihrem verblühten Zustand sehr attraktiv. Es gibt verschiedene Spitznamen für sie, unter anderem „Hippie on a Stick“. Im abendlichen Gegenlicht haben sie es mir besonders angetan.

Hippie on a Stick
Hippie on a Stick

Hier auf über 2000 Metern Höhe kühlt es am Abend schnell ab, und ich begebe mich bereits vor acht Uhr ins Zelt. In meinen warmen Schlafsack eingehüllt genieße ich die Stille, lese noch ein bisschen und verbringe eine geruhsame Nacht, meine erste im Hinterland und ohne Begleitung. Soweit so gut!


Am nächsten Morgen genieße ich ein Frühstück aus Haferflocken, Rosinen und Milchpulver, das ich mit heißem Wasser aufgieße. Dazu gibt es Instant-Kaffee der feinsten Sorte, extra beim letzten Besuch aus Deutschland mitgebracht.

Bereits vor acht Uhr bin ich unterwegs zum West Ridge. In dieser Höhe blühen Heidekraut und Harebells (Rundblättrige Glockenblume) am Wegesrand.


Der Pfad führt durch ein Gebiet mit vielen Seen, dem „Plateau of the Lakes“.

Plateau of the Lakes
Plateau of the Lakes

Der Pfad verliert sich hier, denn im Laufe der Jahre haben sich die Wanderer eigene Wege gesucht. Das vor mir liegende West Ridge ist jedoch nicht zu verfehlen. Man muss sich entscheiden, an welcher Stelle man es ersteigt. Ich halte auf die steile Rinne zu, die sich zwischen Long Hill und dem West Ridge auftut und auf einen Sattel hinaufführt, auf den Long Hill Col.

Ein Grouse hockt gut getarnt zwischen den Felsen. Überall blühen Anemonen, die auf dieser Höhe noch nicht zum „Hippie on the Stick“ verwelkt sind.

Der Aufstieg durch die Rinne auf den Grat ist das steilste und unwegsamste Stück der Wanderung und sehr anstrengend. Ich habe diesmal nicht die optimale Route gefunden, sie kommt mir manchmal fast senkrecht vor.

Schnaufend erreiche ich den 2293 Meter hohen Long Hill Col. Ab hier ist es nicht mehr so steil. Nach links ginge es zur 2343 Meter hohen Kuppe des Long Hill hinauf. Ich wende mich jedoch nach rechts in Richtung West Summit und muss durch ein ausgedehntes Feld von Felsbrocken klettern, was gute Balance erfordert.

Nachdem ich die unwegsamen Felsblöcke passiert habe, wird die Route einfacher. Hinter einem weiteren Sattel, dem West Col bei 2332 Metern, überquere ich den breiter gewordenen Rücken des Grates und wandere an seiner anderen Seite entlang. Der Abgrund dort und die Aussicht sind spektakulär.

Auf dem West Ridge
Auf dem West Ridge

Schließlich erreiche ich den 2532 Meter hohen West Summit.

West Summit
West Summit

Die Aussicht von hier oben ist fantastisch. Vor mir liegen der 2577 Meter hohe Hauptgipfel des Trophy Mountain und Cwem Cwem Lake.

Trophy Mountain und Cwem Cwem Lake
Trophy Mountain und Cwem Cwem Lake

Der Hauptgipfel des Trophy Mountain ist nicht einfach zu ersteigen. Die am häufigsten gewählte Route beginnt hier am West Summit und erfordert die Überquerung eines schmalen Grats, der die beiden Gipfel verbindet. Man sollte sich dort sogar anseilen und einen Helm tragen, und das wäre nichts für mich. Einfacher ist der Hauptgipfel von der Ostseite her über seinen breiten Rücken zu erreichen, jedoch ist der Weg für diese Route durch das Tal des Cwem Cwem Lake extrem lang.

Wenn man vom West Summit in die andere Richtung schaut, ist der 2369 Meter hohe Battle Mountain in der Ferne zu erkennen. Davor liegt Table Mountain mit 2224 Metern Höhe.

Battle Mountain vom West Summit aus gesehen
Battle Mountain vom West Summit aus gesehen

Ein See mit einigen kleinen Inseln liegt tief unten jenseits des Abgrunds.


Nach Süden zu hat man einen guten Überblick über das Seenplateau, durch das ich herauf gekommen bin. Ganz links liegt Lake of the Rock, Sheila Lake ist der zweite von rechts und teilweise durch einen Hügel verdeckt.

Plateau of the Lakes vom West Ridge gesehen
Plateau of the Lakes vom West Ridge gesehen

Ich genieße die Windstille und die warme Sonne und kann mir am Gipfel diesmal viel Zeit lassen. Diesen Luxus habe ich hier oben nicht oft.

West Summit
West Summit

Auf dem Rückweg fasziniert mich dieser herzförmige See. Er hat keinen Namen und liegt direkt oberhalb des Lake of the Rock, in den er abfließt.

Herzförmiger See
Herzförmiger See

Einmal mehr blühen die Alpen-Anemonen.

Western Anemone
Western Anemone

Etwas tiefer unten wächst gelbe Bergarnika.

Bergarnika, Long Hill im Hintergrund
Bergarnika, Long Hill im Hintergrund

Ich kehre zum Sheila Lake Campingplatz zurück. Nach einer kurzen Pause, packe ich ein. Ungeübt wie ich bin, brauche ich mehr als eine Stunde dafür. Ich habe zwar heute keine Eile, doch muss ich beim Auf- und Abbauen des Zeltes unbedingt routinierter werden.

Beim Abstieg werfe ich einen Blick zurück auf Long Hill und das West Ridge.

Long Hill (M) und West Ridge (R)
Long Hill (M) und West Ridge (R)

Die Blumenwiesen weiter unten sind in der frühen Nachmittagssonne besonders farbenprächtig.

Der Aufwand, den schweren Rucksack mit Zelt zum Sheila Lake zu bringen, hat sich auch für nur eine Nacht unbedingt gelohnt. Ein Andermal werde ich die Tour vielleicht auf zwei Nächte ausdehnen. Zu sehen gäbe es genug.

Raft Mountain mit Blumenwiese
Raft Mountain mit Blumenwiese
Trophy Mountain - Glacier-Lily-Blüte & Silvertip Falls 

Die Glacier-Lily-Blüte auf den Trophy Meadows
Trophy Mountain Meadows - Lunch Ridge
Trophy Mountain Meadows - Lunch Ridge
Entfernung
9,8 km
Dauer
2 Std.
Inkl. Pausen
3 Std.
Min. Höhe
1671 m
Max. Höhe
2126 m
Anstieg
455 m
Datum
19.6.2018
10.7.2020

 
Glacier Lily mit Spring Beauties
Glacier Lily mit Spring Beauties

Jedes Jahr Ende Juni oder Anfang Juli wird es spannend: Werden wir in diesem Jahr den Höhepunkt der Glacier-Lily-Blüte auf den Trophy Mountain Meadows erwischen?

Glacier Lilies blühen noch während der Schneeschmelze. Ihre Zwiebeln erwachen bereits unter der Schneedecke zu neuem Leben. Sobald der Schnee schwindet, bringen sie eine Pflanze hervor, die gelbe Blüten ausbildet. Als gold-gelber Teppich bedecken die Glacier Lilies die bereits schneefreien Flächen auf den subalpinen Wiesen (Meadows). Je nach Wetterbedingungen blüht die Lilie nur eine Woche, bevor sie verwelkt. Da die Meadows sich über verschiedene Höhenlagen hinwegziehen und nicht alle Lilien gleichzeitig blühen, kann sich der Wanderer zum Glück länger an ihnen erfreuen.

 

Die 13 Kilometer lange Schotterstraße, die zum 1690 Meter hoch gelegenen Trophy Mountain Wanderparkplatz führt, ist rau und kann nach dem Winter extrem unwegsam sein. Im Wells Gray Visitor Center kann man sich über ihren Zustand informieren.

Der Weg vom Wanderparkplatz zu den unteren Meadows erfordert in schneereichen Jahren hohe Wanderstiefel und Gamaschen. Wanderstöcke helfen, die Schneewehen zu durchqueren. In anderen Jahren findet man nur noch Schneereste, die in den schattigeren Lagen des Waldes überlebt haben und kein Problem darstellen.

Untere Meadows mit Raft Mountain
Untere Meadows mit Raft Mountain
Untere Meadows mit Dunn Peak
Untere Meadows mit Dunn Peak
Obere Meadows
Obere Meadows
Obere Meadows mit Raft Mountain
Obere Meadows mit Raft Mountain

Oberhalb der höher gelegenen Meadows liegt zunehmend Schnee. Hier wachsen keine Lilien, und mit Ausnahme der sehr frühen Marsh Marigold (Sumpfdotterblume) hatten die Wildblumen nach der Schneeschmelze noch keine Gelegenheit zu blühen.

Schneereste
Schneereste

Der Trail verschwindet nun manchmal unter dem Schnee. In der Regel ist es jedoch kein Problem, ihn ein Stückchen weiter wiederzufinden. Außerdem kenne ich inzwischen das Gelände gut und im schlimmsten Fall weist mir mein GPS-Gerät den richtigen Weg.


Der Weg hinunter zum Sheila Lake ist Anfang Juli 2020 noch immer hoch mit Schnee bedeckt und nur mit Schneeschuhen passierbar.

Im Jahr 2020 war es besonders schneereich hier
Im Jahr 2020 war es besonders schneereich hier

Um diese Jahreszeit ist Sheila Lake ohnehin noch zugefroren.

Gewöhnlich ist der Weg bis zum Sheila Lake Lookout Rock und weiter bis hinauf zum Little Hill Ridge um diese Jahreszeit bereits gut passierbar. Wir haben diesen Grat „Lunch Ridge“ getauft, weil wir dort meistens eine Mittagsrast einlegen. Beide Punkte sind zwar höher gelegen als Sheila Lake, aber sie sind der Sonne stärker ausgesetzt und die Schneeschmelze ist dementsprechend weiter fortgeschritten.

Unterwegs zum Sheila Lake Lookout Rock
Unterwegs zum Sheila Lake Lookout Rock
Lunch Ridge mit Trophy Mountain im Hintergrund
Lunch Ridge mit Trophy Mountain im Hintergrund
Ausblick vom Sheila Lake Lookout Rock
Ausblick vom Sheila Lake Lookout Rock
Trophy West Ridge und Trophy Mountain vom Sheila Lake Lookout Rock gesehen
Trophy West Ridge und Trophy Mountain vom Sheila Lake Lookout Rock gesehen
Mücken und Blackflies erfordern ein Bugjacket
Mücken und Blackflies erfordern ein Bugjacket

Während des Abstiegs zurück durch die Meadows ist es so warm geworden, dass Mücken und Blackflies zur Plage werden. Wenn es dann auch noch windstill ist, hilft nur ein Bugjacket.

Nicht immer ist der Himmel blau. Das Wetter am Trophy Mountain ist variabel und kann sehr schnell umschlagen. Auch bei schönem Wetter gibt es oft Morgennebel. Im Juli 2020 bin ich so früh unterwegs, dass er erst auf dem Rückweg aufsteigt und ein wenig blauen Himmel freigibt.

Glacier Lilies mit aufsteigendem Morgennebel
Glacier Lilies mit aufsteigendem Morgennebel

Die Trophy Meadows bieten die Möglichkeit zu einer der frühesten alpinen Wanderungen im Jahr. An der gelben Blütenpracht erfreue ich mich immer wieder neu, ganz so wie beim allerersten Mal.


 

Silvertip Falls
Trophy Mountain Meadows und Silvertip Trails
Trophy Mountain Meadows und Silvertip Trails
Entfernung
1,6 km
Dauer
¾ Std.
Inkl. Pausen
1 Std.
Min. Höhe
1380 m
Max. Höhe
1480 m
Anstieg
100 m
Datum
19.6.18

 

Nach einem Ausflug, der auf die Trophy Meadows begrenzt und deswegen relativ kurz ist, besuche ich gerne die nahegelegenen Silvertip Falls. Man fährt die Trophy Mountain Access Road zurück bis zur Kreuzung bei Kilometer 4,3. Dort geht es dann links auf die Spahats Creek Road und es ist nicht weit bis zur Silvertip BC Recreation Site. Hinter dem letzten Zeltplatz beginnt der Pfad zu den Fällen. Er führt dicht an den Kaskaden des Silvertip Creeks entlang und klettert 100 Höhenmeter zum Wasserfall hinauf. Der Weg ist mit Wurzeln und Steinen durchsetzt und kann je nach Jahreszeit und Wetter nass oder überschwemmt sein. Es sind nur 800 Meter bis zum Aussichtspunkt auf den Wasserfall, doch sie sind steil. Man benötigt mindestens 20 Minuten für eine Strecke.

Das Rauschen der Fälle ist schon von weitem zu hören. Es übertönt den reißenden Bach nahebei. Die Bäume stehen dicht und hoch. Dazwischen wächst dorniger Devil´s Club und anderes Gebüsch. Erst ganz zum Schluss gibt die dichte Vegetation den Blick auf den Wasserfall frei.

Erster Blick auf die Silvertip Falls
Erster Blick auf die Silvertip Falls
Silvertip Falls Close-Up
Silvertip Falls Close-Up
Silvertip Falls
Silvertip Falls
Trophy Mountain - Sommerblüte auf den Meadows & Sheila Lake 


Ziel
Entfernung vom
Parkplatz
Shepherd’s Hut
(Meadows)
3,2 km / 1 Std
Sheila Lake
Lookout
4,7 km / 1,5 Std
Lunch Ridge
4,9 km / 1,6 Std
Sheila Lake
6,3 km / gut 2 Std.
Min. Höhe
1671 m
Max. Höhe
2126 m
Anstieg
455 m

 

Von der Parkstraße im Wells Gray Park führt eine 13 Kilometer lange Schotterstraße zum 1690 Meter hoch gelegenen Trophy Mountain Wanderparkplatz. Von hier aus ist es nur noch eine knappe Stunde bergauf durch den Wald bis zu den Almwiesen (Meadows). Die farbenprächtige Sommerblüte ist Anfang August auf ihrem Höhepunkt. Der genaue Zeitpunkt und die Üppigkeit der Wiesen hängen vom Wetter ab und variieren von Jahr zu Jahr. Doch auch vor oder nach der Hauptblüte ist der Besuch der Blumenwiesen lohnenswert, denn irgendetwas blüht hier immer.

Boardwalk durch die Almwiesen
Boardwalk durch die Almwiesen

Da die Sommerblüte viel Zeit fürs Fotografieren in Anspruch nimmt, ist der Tag oft zu kurz, um auch noch eine lange alpine Wanderung auf dem Trophy Ridge anzuschließen. Stattdessen kann man den Besuch der Meadows zu einer subalpinen Rundwanderung erweitern. Diese Route führt über den Sheila Lake Lookout zum Lunch Ridge (Little Hill), mäandert dann in beliebiger Länge durch das Plateau of the Lakes und endet am Sheila Lake. Von dort klettert man aus dem Tal hinaus zurück zum Hauptweg.

Die Blumenwiesen breiten sich als Lower und Upper Meadow über verschiedene Höhenlagen aus. Wenn man mit etwas Glück den richtigen Zeitpunkt erwischt, stehen die Wiesen über die gesamte Strecke vom Waldsaum bis weit oberhalb der Sheperherd‘s Hut in voller Blüte. Im Sommer 2011 war die Blumenblüte besonders üppig und der Zeitpunkt für die Wanderung mit Mitte August genau richtig gewählt.

Obere Meadows
Obere Meadows

Nach einem ausgiebigen Aufenthalt in den Meadows setze ich meinen Weg auf dem felsiger werdenden Pfad fort. Die Vegetation wird subalpin und es blühen andere Blumen.


Ich erreiche die Abzweigung zum Sheila Lake. Von hier sind es nur zehn Minuten den Berg hinunter bis zum See. Doch ich halte mich geradeaus und steuere auf den 2115 Meter hohen Sheila Lake Lookout zu. Dies ist ein großer Fels, von dessen Kuppe man eine gute Rundumsicht hat. Er ist Sheila Leonard gewidmet, die bis zu ihrem Tod 1977 ein häufiger Besucher der Trophies war und nach der Sheila Lake benannt ist.

Sheila Lake vom Lookout aus gesehen
Sheila Lake vom Lookout aus gesehen
Trophy Mountain vom Lookout gesehen
Trophy Mountain vom Lookout gesehen
Little Hill (Lunch Ridge)
Little Hill (Lunch Ridge)

Von hier wandere ich weiter bergauf zu Little Hill, einem Berggrat, von dem aus man einen noch besseren Blick auf den 2577 Meter hohen Hauptgipfel des Trophy Mountain hat. Zur anderen Seite schaut man auf Raft Mountain und Dunn Peak. Da man diesen Grat in der Regel um die Mittagszeit erreicht, machen wir dort meistens Pause. Folglich haben wir ihn „Lunch Ridge“ getauft.

Trophy Mountain vom Lunch Ridge aus gesehen
Trophy Mountain vom Lunch Ridge aus gesehen

Nach der Mittagspause folge ich dem Ridge, bis ich das Plateau of the Lakes erreiche. Das Plateau wurde durch die Gletscher der letzten Eiszeit geprägt, die unzählige Felsansammlungen und heute mit Wasser gefüllte Vertiefungen hinterließen. Man kann hier eine beliebig lange Runde wandern. Es gibt keinen eindeutigen Weg mehr, denn über die Jahre haben sich die Wanderer eigene Routen gesucht.

Die Ansicht von oben täuscht: wenn man zwischen den vielen Seen umherwandert, kann das sehr verwirrend sein, zumal zwischen den Seen Hügel liegen, die einem die Sicht versperren. Man muss sich immer wieder orientieren, um seinen Weg nicht zu verlieren.

Plateau of the Lakes von oben gesehen
Plateau of the Lakes von oben gesehen

Auf dem Plateau liegen oft noch bis Ende Juli Reste von Schnee.


Blick zurück auf Lake of the Rock
Blick zurück auf Lake of the Rock

In dieser Umgebung sind Bergmurmeltiere (Hoary Marmots) zu Hause.

Hoary Marmot
Hoary Marmot

Ich beende meine Rundwanderung am Sheila Lake, dem größten der Seen auf dem Plateau.

Sheila Lake
Sheila Lake

Direkt unterhalb von Sheila Lake liegt ein pittoresker unbenannter See.

Namenloser See unterhalb von Sheila Lake
Namenloser See unterhalb von Sheila Lake
Outlet von Sheila Lake
Outlet von Sheila Lake
Blick zurück auf Sheila Lake
Blick zurück auf Sheila Lake

Von Sheila Lake aus steigt der Pfad zurück zum Schild am Hauptweg, der mich wieder zum Parkplatz bringen wird. Zuvor verführen die prächtigen Almwiesen - jetzt im warmen Licht der niedrig stehenden Nachmittagssonne - erneut zu ausgiebigem Fotografieren.

Trophy Mountain - Alpine Tagestouren 

Trophy Mountain Skyline

Entfernung
von Sheila Lake Schild
10,1 km
Dauer
>3 Std
Incl. Pausen
4 ½ Std
Min. Höhe
2054 m
Max. Höhe
2532 m
Anstieg
479 m
Kum. Anstieg
611 m
Kum. Abstieg
611 m

 

Die Wanderung über die Trophy Mountain Skyline, wie der Grat zwischen Long Hill und West Summit auch genannt wird, kann man als Rundweg gestalten oder auf dem gleichen Weg hin- und zurückgehen. Beide Routen erfordern steile Aufstiege über zum Teil loses Gestein. Man sollte nur bei gutem Wetter losgehen, denn bei Nässe kann die Kletterei schnell halsbrecherisch werden. Auf dem Grat herrscht auch bei gutem Wetter oft ein kalter Wind.

Die Trophy Mountain Skyline und West Summit
Die Trophy Mountain Skyline und West Summit

Will man eine Rundwanderung machen, beginnt man auf der Ostseite des Grates (rechts) und steigt von dort zum 2532 Meter hohen West Summit hinauf, denn diese steile und unwegsame Route ist leichter bergauf zu klettern als bergab. Am anderen Ende hat man dann für den Abstieg die Wahl zwischen zwei Sätteln: dem West Col (2332 m) oder dem Long Hill Col (2293 m).

Die im Folgenden beschriebene Wanderung basiert auf mehreren Touren, die ich zwischen 2011 und 2014 teils mit Freunden und teils solo gemacht habe.

Aufstieg zum Sheila Lake Lookout
Aufstieg zum Sheila Lake Lookout

Die Wanderung beginnt an der Weggabelung zum Sheila Lake, wo es geradeaus den Berg hoch in Richtung Sheila Lake Lookout Rock geht. Wie immer ist der Ausblick auf Sheila Lake und den unbenannten Nachbarsee unbedingt einen Stopp wert.

Ausblick vom Sheila Lake Lookout
Ausblick vom Sheila Lake Lookout

Vom Ausguckfelsen geht es hinauf zum Little Hill Ridge und diesem folgend zum Plateau of the Lakes. Diese Seenplatte erstreckt sich über eineinhalb Kilometer bis zum Fuß des West Ridge und ist durch die Gletscherbewegungen der letzten Eiszeit entstanden. Am Lake of the Rock hält man sich links bzw. östlich und überquert den Seeabfluss, der sich ins tiefe und weitreichende Tal des Silvertip Creek entleert.

Das Trophy Ridge und der West Summit liegen nun direkt vor uns. Ein Bach springt in Kaskaden die Felsen hinunter. Unsere Route führt an seinem rechten Ufer bergauf. Direkt neben dem Wasserfall hochkletternd erreichen wir einen Pool. Dieser stille und magische Ort lädt zu einer Pause ein. Anfang September 2014, als ich mit Freunden hier raste, ist es noch sonnig warm, während ein Jahr später auf einer Solowanderung bereits Frost herrscht.



Mit Eis überzogener Pool
Mit Eis überzogener Pool

Der Weg geht direkt neben dem sprudelnden Bach weiter. Streifen von Gras und Heidekraut bieten auf der steilen Strecke Halt. Es gilt, eine massive Felskante östlich des Tarns zu umklettern, indem man sich auf ihrer linken Seite in weniger steilem Terrain hält. Von der Höhe schaue ich auf einen weiteren Pool, in dem das Eis ein Herz geformt hat.

Herz aus Eis
Herz aus Eis

Selbst der sprudelnde Bach beginnt zu einer Skulptur zu erstarren.

Erstarrender Bach
Erstarrender Bach

Von hier oben hat man einen guten Überblick über das Plateau of the Lakes. Der Lake of the Rock hat sich in den letzten Jahrzehnten durch zunehmende Sedimentablagerungen stark verändert. Der namengebende Felsen ist heute keine Insel mehr.

Plateau of the Lakes
Plateau of the Lakes
Lake of the Rock
Lake of the Rock

Bei einer Höhe von etwa 2330 Metern ändern wir in unsere Richtung nach Südosten und wandern auf den südlichen Ausläufer des Trophy Ridge zu. Loses Gestein und große Felsbrocken sind zu überwinden. Nach etwa 400 Metern über extrem unwegsames Gelände erreichen wir den Ausläufer. Auf seiner anderen Seite tut sich ein tiefer Abgrund auf, doch zum Glück ist der Grat breit genug, um sich sicher zu fühlen.


Etwas außer Atem erreichen wir schließlich den 2532 Meter hohen West Summit. Er ist mit zwei Steinpyramiden (Cairns) markiert und bietet außerdem einen kleinen Schutzwall aus Felsgestein, den Wanderer gegen den kalten Wind aufgeschichtet haben.

West Summit Cairn 2553 m
West Summit Cairn 2553 m

Der Rundumblick von hier ist fantastisch. Von rechts nach links:

Cwem Cwem Lake
Cwem Cwem Lake
Trophy Mountain Panorama
Trophy Mountain Panorama
Grat zwischen West Summit und Trophy Mountain Main Summit
Grat zwischen West Summit und Trophy Mountain Main Summit
Ewiger Schnee auf der Nordseite
Ewiger Schnee auf der Nordseite

An diesem Tag im September gibt es eine ungewöhnlich gute Fernsicht auf die Berge im Norden des Wells Gray Parks.

Obwohl es windstill ist, müssen wir schon bald den Rückweg antreten, denn bis zum Wanderparkplatz ist es noch weit und wir wollen ihn vor Eintritt der Dunkelheit erreichen. Der Weg über den breiten Rücken des West Ridge ist weiterhin von faszinierenden Aussichten begleitet. Man darf allerdings nicht vergessen, den Blick oft genug auf den Boden zu richten, um sicheren Fußes über die losen Felsbrocken zu gelangen.


Wir werden über den West Col Sattel hinausgehen und erst von Long Hill Col aus absteigen.

West Col
West Col

Dunn Peak 2636 m
Dunn Peak 2636 m

Auch im August 2011 erwische ich einen Tag mit guter Fernsicht. Selten sieht man Dunn Peak so klar am Horizont.

 

Unterhalb von Long Hill, dem höchsten Punkt des Trophy Ridge im äußersten Westen, steigen wir nach Süden ins Tal hinunter.

Blick in Richtung Long Hill
Blick in Richtung Long Hill

Der Abstieg von Long Hill Col zum Fuß des Trophy Ridge ist steil, aber in trockenem Wetter kein Problem.

Abstieg von Long Hill Col
Abstieg von Long Hill Col

Wir suchen uns einen Weg querfeldein durch die Seenplatte bis wir Sheila Lake erreichen. Von dort folgen wir dem kurzen Weg hinauf zur beschilderten Gabelung und schließen so die Runde. Addiert man die restliche Strecke bis zum Wanderparkplatz hinzu, so kommt man für die Erwanderung der Trophy Mountain Skyline auf 19,2 Kilometer und sollte mindestens eine Zeit von 6 ½ Stunden dafür vorsehen.

Long Hill

Entfernung
von Sheila Lake Schild
6 km
Dauer
2 ½ Std
Incl. Pausen
4 Std
Min. Höhe
2010 m
Max. Höhe
2332 m
Anstieg
322 m
Kum. Anstieg
433 m
Kum. Abstieg
433 m

 

Long Hill ist als Fortsetzung des Trophy Ridge nach Westen hin ebenfalls Teil der Trophy Mountain Skyline. Für einen Tagesausflug ist die Erwanderung der gesamten Strecke jedoch recht lang, so dass man sich in der Regel entweder für den West Summit oder Long Hill entscheidet.

An einem schönen Tag im September 2020 wandere ich mit einigen Freunden zum Long Hill. Am Sheila Lake Lookout machen wir eine kurze Pause, um die Aussicht zu genießen und steigen dann auf das Lunch Ridge (Little Hill). Wir folgen dem Grat zum Plateau of the Lakes. Das Plateau wurde durch die Gletscher der letzten Eiszeit geprägt, die unzählige Felsansammlungen und heute mit Wasser gefüllte Vertiefungen hinterließen. Etwa einen Kilometer hinter dem Lookout gibt es keinen eindeutigen Weg mehr, denn über die Jahre hinweg haben sich die Wanderer eigene Routen gesucht. Wir wandern am westlichen Ufer des Lake of the Rock vorbei. Der für den Namen des Sees verantwortliche Felsbrocken war bis zu den siebziger Jahren noch eine Insel. Mittlerweile hat sich der See von Norden her mit Sediment gefüllt und sich in seine heutige Hufeisenform verwandelt.

Am Lake of the Rock
Am Lake of the Rock

Das Trophy Mountain Ridge liegt genau vor uns. Von den möglichen Aufstiegsrouten wählen wir die nordwestliche, die uns zum Sattel des Long Hill bringen wird, zum Long Hill Col.

Long Hill Col (M), Long Hill (L)
Long Hill Col (M), Long Hill (L)

Nach dreißig Minuten bergauf gelangen wir an einen herzförmigen Tarn, der sich in den Lake of the Rock entleert. Die Aussicht auf das Plateau of the Lakes ist faszinierend. Little Hill ist zu erkennen und Raft Mountain bildet den Hintergrund.

Plateau of the Lakes
Plateau of the Lakes

Vom südwestlichen Ende des Tarns klettern wir in einer grasigen und mit Heidekraut bewachsenen Rinne steil nach oben. Nach dreißig Minuten Kraxeln durchqueren wir ein Felsenareal und erreichen den 2293 Meter hohen Sattel. Von hier sind es nur noch zehn Minuten bis zum 2343 Meter hohen Long Hill.

Long Hill Gipfelfoto
Long Hill Gipfelfoto

Der Gipfel-Cairn muss als Stativ für ein Gruppenfoto herhalten. Der Fernblick von dort oben umfasst Raft Mountain, Dunn Peak, Clearwater, den North Thompson River und große Teile des Wells Gray Park. Es ist heute zu diesig für die entsprechenden Fotos.

Auf dem Rückweg wandern wir zunächst am Long Hill entlang weiter nach Westen. Von hier präsentiert sich das Plateau of the Lakes aus einem ganz neuen Blickwinkel.

Plateau of the Lakes von Westen her gesehen
Plateau of the Lakes von Westen her gesehen

Nach einem Kilometer oder circa einer halben Stunde wird der Grat schmaler und wir steigen ins Tal ab. Drei Seen liegen vor uns, abgestuft auf verschiedenen Ebenen. Sheila Lake ist der mittlere und bietet uns die nötige Orientierung: wir müssen das unterhalb liegende Tal durchqueren und zu diesem See hinaufklettern.

Abstieg zum Sheila Lake (M)
Abstieg zum Sheila Lake (M)

Wir halten auf Sheila Lake zu und verlieren in den nächsten zwanzig Minuten 160 Meter an Höhe.

Blick zurück auf unsere Abstiegsroute
Blick zurück auf unsere Abstiegsroute

Wir kommen unterhalb von Sheila Lake heraus. Einmal hier unten, könnte man einem kleinen Bach folgen und den oft mit Sheila Lake verwechselten namenlosen See besuchen, der am Ende des Tales liegt. Stattdessen überqueren wir den Bach und bleiben auf konstanter Höhe bis wir eine möglichst einfache Aufstiegsroute zum Sheila Lake finden.

Dort angelangt, folgen wir dem Westufer des Sees bis zu seinem Auslass. Um diese Jahreszeit blüht das Wollgras und gibt der Landschaft eine spätsommerliche Note.

Von Sheila Lake steigen wir zum Hauptweg hinauf. Von der beschilderten Weggabelung bis zum Wanderparkplatz sind es noch 4.6 km bergab, etwas mehr als eine Stunde. Diese Entfernung ist für Hin- und Rückweg zu der am Schild beginnenden Rundwanderung hinzuzufügen.

Trophy Mountain Ostseite

Entfernung
10 km
Dauer
4 Std
Incl. Pausen
6 Std
Min. Höhe
1591 m
Max. Höhe
2257 m
Anstieg
666 m
Kum. Anstieg
1026 m
Kum. Abstieg
1026 m

 

Der östliche Teil des Trophy Mountain Massivs ist über die Spahats Creek Road zu erreichen, die nach 4,3 Kilometern von der Trophy Mountain Access Road abzweigt und noch ein bisschen rauer ist als diese. Der Wanderweg beginnt auf der linken Seite bei Kilometer 12,8. Es ist derselbe Weg, den wir auch schon bei der Hüttenwanderung im Sommer 2009 genommen haben. Eine Beschreibung dieser Tour ist weiter oben im Wander-Log zu finden.


Im September 2011 erkunde ich die Ostseite der Trophies zusammen mit einigen Freunden auf einer Tageswanderung. Der Pfad führt zunächst bergab und überquert auf einer kleinen Brücke den Spahats Creek. Dann windet er sich den Berg hoch. Die Sommerblumen stehen noch in voller Blüte. Die Almwiesen auf dieser Seite der Trophies sind nicht so ausgedehnt wie die im Westen. Dafür ist die Landschaft hier rauer und hat ihren ganz eigenen Reiz.

 

Unser Blick zurück fällt auf Raft Mountain, der das Tal des Spahats Creek auf der Südseite begrenzt.

Raft Mountain
Raft Mountain

Nach einer Stunde bergauf flacht der Weg ab und überquert den Powder Creek. Wir haben die subalpine Zone erreicht und bewegen uns durch Krummholz und über kleine Almwiesen.

Wir kommen am Trophy Mountain Chalet vorbei und erklettern den dahinter liegenden 2154 Meter hohen Berggrat, den Lookout Peak. Dreißig Minuten weiter erhebt sich der nächste Grat. Wir folgen diesem zweiten Grat nach Westen bis zu einer Steinpyramide, die die höchste Stelle mit 2234 Metern markiert. Aus dieser Höhe schaut man direkt auf Trophy Mountain.

Trophy Mountain 2577 m
Trophy Mountain 2577 m

In nördlicher Richtung liegt ein großer Tarn, Raft Mountain ragt im Süden empor.

Tarn
Tarn
Raft Mountain 2450 m
Raft Mountain 2450 m

Der dritte Grat ist 2285 Meter hoch und bietet den besten Blick auf Trophy Mountain und drei abgestufte Seen vor dem Bergmassiv.

Trophy Mountain Ostseite
Trophy Mountain Ostseite

Für den Rückweg suchen wir uns eine Route über den mit losem Felsgestein bedeckten Sattel zwischen dem Wolverine Basin und den drei Seen. Wir steigen in bewaldetes Gebiet ab, folgen vereinzelten Markierungen aus Flatterband und gelangen schließlich auf den Hauptweg zurück.

Raft Mountain Nord (Cirque of Tarns) 


Entfernung
10 km
Dauer
3 Std
Inkl. Pausen
5 ½ Std
Min. Höhe
1650 m
Max. Höhe
2201 m
Anstieg
551 m
Kum. Anstieg
745 m
Kum. Abstieg
745 m

 

Nordöstlich des Ortes Clearwater ragt das markante Bergmassiv des Raft Mountain in den Himmel, dessen Hauptgipfel 2450 Meter hoch ist. Vier weitere Gipfel erheben sich nach Osten zu und umgeben Willis Lake wie ein U.

Die Nordseite des Raft Mountain ist über die Spahats Creek Road zu erreichen, die nach 4,3 Kilometern von der Trophy Mountain Road abzweigt und noch ein bisschen rauer ist als diese. Der Wanderweg verläuft durch den Caligata Lake Provinzpark und beginnt auf der rechten Straßenseite bei Kilometer 13,8, wo die Straße den Caligata Creek überquert. Rechts vom Provinzparkschild betritt man lichten Wald und durchquert ein Feuchtgebiet. Wir haben für diese Wanderung die ersten Septemberfröste abgewartet, denn dieses Gebiet ist den gesamten Sommer über sehr mückenreich.

Wir folgen vereinzelten blauen Markierungen an den Bäumen und Flatterband. Die Route ist schlecht markiert und erfordert einiges Suchen (Stand 2011). Irgendwann schimmert Caligata Lake links von uns durch die Bäume, doch wir ersparen uns den Weg dorthin, der uns querfeldein durch sumpfiges Gelände führen würde. Nachdem wir uns etwa vierzig Minuten lang durch den subalpinen Tannenwald gekämpft haben, werden wir mit einem ersten Blick auf Raft Mountain belohnt.

Nordwand von Raft Mountain
Nordwand von Raft Mountain

Nach weiteren zehn Minuten endet der Wald und wir stehen vor einem massiven Felssturz, der uns den Weg versperrt.

Felssturz
Felssturz

Wir folgen dem Bach, der zwischen dem Wald und dem Felssturz fließt und auch Ende September noch von Blumen gesäumt ist.


Nach etwa fünfzehn Minuten erreichen wir das Ende des Tals und klettern den Felssturz hinauf. Streifen von Gras und Heidekraut geben den besten Halt, aber oft genug müssen wir lose Felsen überwinden. Im Zickzack erreichen wir Crystal Lake Pass bei 2008 Metern und sind damit seit Beginn der Wanderung bereits 354 Meter gestiegen. Auf einer sonnigen Wiese neben einem plätschernden Bachlauf machen wir Mittag. Das Flüsschen ergießt sich in Crystal Lake, der etwas abseits von unserer Route liegt. Wenn man den kleinen Umweg nicht scheut, bietet ein Platz im Felsgestein oberhalb des Sees eine gute Alternative für die Mittagsrast.

Gut gestärkt machen wir uns an das steilste und unwegsamste Stück des Aufstiegs.


Wir erreichen den ersten Tarn (von Gletschern zurückgelassener kleiner See) in 2151 Metern Höhe.

Oberhalb dieses Tarns schaut man zurück auf das Trophy Mountain Panorama.

Trophy Mountain Massiv
Trophy Mountain Massiv

Zwei weitere Tarns werden im Osten sichtbar. Sie befinden sich unterhalb von Tarn #1.

Tarn #2 und #3
Tarn #2 und #3
Aufstieg zu Tarn #4
Aufstieg zu Tarn #4

Der vierte und größte Tarn ist zunächst in einem Bassin aus Schnee und Geröll versteckt. Nach zwanzig Minuten steilen Kletterns auf losen Geröllmassen erreichen wir die obere Felsenkante, von wo aus sich der vierte Tarn preisgibt.

Cirque oder Tarn #4, 2211 m
Cirque oder Tarn #4, 2211 m

Tarn #4 ist der bedeutendste Tarn im Cirque of Tarns. „Cirque“ oder auf Deutsch „Kar“ bezeichnet kesselförmige Eintiefungen an Berghängen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen, die von sehr kurzen Gletschern (Kargletschern) ausgeschürft worden sind und in der Regel einen Tarn beherbergen.

Raft Mountain Gipfel Tour
Raft Mountain Gipfel Tour

Von hier aus kann man den 2363 Meter hohen dritten Gipfel des Raft Mountain besteigen. Dazu klettert man über den Kamm östlich (links) von Tarn #4 und benötigt für Hin- und Rückweg zusätzliche eineinhalb Stunden.

Theoretisch ließen sich zwei weitere Gipfelbesteigungen anschließen: der vierte in einer zusätzlichen Stunde und der fünfte in weiteren zwei. Für eine Tagestour ist dies jedoch extrem weit. Eine Rundtour der Gipfel des Raft Mountain beginnt man besser auf der Südseite des Bergmassivs, wie weiter unten im Wander-Log beschrieben.

 

Nach erfolgreichem Abstieg vom Felssturz halten wir noch einmal Rast, bevor wir wieder in den Wald eintauchen. Wir bewundern das Panorama der 250 km entfernten Monashee Mountains, die bei exzellenter Fernsicht direkt vor uns zu liegen scheinen. Die Berghänge nahebei sind nach dem ersten Frost bereits herbstlich bunt gefärbt.

Fernblick auf die Monashees
Fernblick auf die Monashees
Erste Herbstfärbung
Erste Herbstfärbung
Spruce Grouse
Spruce Grouse

Zurück im Wald präsentiert sich uns ein Spruce Grouse als würdiger Abschluss dieser spektakulären und abenteuerlichen Kletterpartie.

Raft Mountain Gipfeltour 


Entfernung
5,2 km
Dauer
6 Std
Min. Höhe
1848 m
Max. Höhe
2450 m
Anstieg
602 m
Kum. Anstieg
649 m
Kum. Abstieg
685 m

 

Nordöstlich des Ortes Clearwater ragt das markante Bergmassiv des Raft Mountain empor. Sein Hauptgipfel ist 2450 Meter hoch und im Osten und Westen von schmalen Graten eingefasst. Vier weitere Gipfel erheben sich u-förmig nach Osten zu und umschließen Willis Lake.

Anfang Juli 2014 mache ich mich mit einigen Freunden auf, um die Raft Mountain Peaks zu erwandern. Es sind erfahrene Wanderer dabei, die die Strecke gut kennen. Der Raft Mountain Circuit ist eine schwierige Tour und die zum Teil sehr schmalen Bergkämme erfordern Trittsicherheit.

Die Zufahrt zum Raft Mountain erfolgt von Süden her über eine 22 Kilometer lange raue Logging-Straße, die als Raft River Forest Service Road am Highway 5 beginnt. Ich bin froh, dass unser Fahrer sich im Wirrwarr der vielen Logging-Straßen auskennt, denn wir müssen unterwegs oft abbiegen. Die letzten beiden Kilometer sind besonders holperig und man lässt sein Fahrzeug unter Umständen besser stehen und geht zu Fuß weiter. Wir sind mit einem 4x4 Pickup Truck unterwegs und können bis zum 1865 Meter hoch gelegenen Parkplatz fahren.

Aufstieg zum Hauptgipfel
Aufstieg zum Hauptgipfel

Wir folgen einem Wanderschild, das eine alte Logging-Straße hinaufweist. Flatterband markiert den Pfad, der durch den Wald und dann in die ersten Ausläufer der Almwiesen (Meadows) aufsteigt. So früh im Jahr blühen noch Massen von Glacier Lilies. Die gold-gelben Meadows ziehen sich soweit das Auge reicht. Unser Blick zurück fällt auf Dunn Peak, der heute in klarer Luft auch aus der Ferne gut erkennbar ist.

Bei der Durchquerung der Blumenwiesen versuchen wir, den etwa alle 100 Meter auseinander liegenden Schildern zu folgen, doch im Laufe der Zeit sind einige davon umgefallen. Wir orientieren uns an einer markanten nach rechts steil abfallenden Felsformation, die auf dem Bergkamm sichtbar wird, und halten uns links davon. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir den Sattel des West Ridge in 2241 Metern Höhe.

Vor uns im Norden fällt der Berg als 200 Meter steile Felswand ab, die in einer Geröllhalde endet. Tiefe 400 Meter unter uns liegt Crystal Lake, und das enge Tal des Spahats Creek trennt uns von der Trophy Mountain Range gegenüber.

Crystal Lake und Trophy Mountain Range
Crystal Lake und Trophy Mountain Range

Nach Osten schauen wir auf den 200 Meter höher gelegenen Hauptgipfel des Raft Mountain.

Raft Mountain 2450 m
Raft Mountain 2450 m

Der Westgrat hinauf zum Gipfel sieht imposant aus, doch wie sich herausstellt, lässt er sich verhältnismäßig einfach begehen.

Westgrat zum Gipfel
Westgrat zum Gipfel
Aufstieg zum Hauptgipfel
Aufstieg zum Hauptgipfel

Nach ungefähr 45 Minuten erreichen wir den 2450 Meter hohen Gipfel des Raft Mountain. Die Aussicht nach allen Seiten ist fantastisch. Nach Süden zu schaut man über das North Thompson Valley auf Dunn Peak.

Gipfel Cairn mit Dunn Peak im Hintergrund
Gipfel Cairn mit Dunn Peak im Hintergrund

Die 160 km lange Bergkette der Monashees liegt im Osten.

Monashee Mountains
Monashee Mountains

Im Norden auf der anderen Seite des Spahats Creek Valley thronen die Trophy Mountains.

Trophy Mountains
Trophy Mountains

Unser weiterer Weg zum zweiten Raft Mountain Gipfel verläuft nach Osten über den zerklüfteten Grat.

Grat zum zweiten Gipfel
Grat zum zweiten Gipfel

Noch bin ich frohen Mutes, auch wenn der Bergkamm ab hier ziemlich gefährlich aussieht.


"Airy Step"
"Airy Step"

Die Route zum zweiten Gipfel ist nichts für ängstliche Naturen. Ohne die Hilfe der Gruppe hätte ich es niemals über den schmalen zerspaltenen Grat geschafft. Immer wieder klettern wir auf allen Vieren. Eine Stelle, der sogenannte „airy step“, ist besonders abenteuerlich: man muss eine Lücke im Grat überwinden, durch die man tief in den Abgrund schaut.

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den zweiten Gipfel, der mit 2439 Metern nur wenig niedriger ist als der Hauptgipfel.

Blick zurück vom Cairn des zweiten Gipfels zum Hauptgipfel
Blick zurück vom Cairn des zweiten Gipfels zum Hauptgipfel

Auf der Nordseite unterhalb von uns liegt der Cirque of Tarns, einige kesselförmige Eintiefungen, die von sehr kurzen Gletschern (Kargletschern) ausgeschürft worden sind und kleine Seen enthalten. Siehe hierzu auch die Cirque-of-Tarns-Wanderung, die weiter oben im Wander-Log aufgeführt ist.

Leider liegt Anfang Juli auf der weiteren Route des Raft Mountain Circuit noch sehr viel Schnee. Wir versuchen erst gar nicht, vom zweiten zum dritten Gipfel zu gelangen. Man müsste entlang einer Schneewächte über lose Felsbrocken hinunter zum 2292 Meter hohen Sattel klettern und von dort zum 71 Meter höher gelegenen dritten Gipfel aufsteigen. Für den Abstieg zum Sattel zwischen Gipfel Zwei und Drei wären zurzeit Steigeisen und Eispickel ratsam.

Route zum dritten Gipfel
Route zum dritten Gipfel

So machen wir uns stattdessen an den Abstieg. Es ist nicht ganz einfach, von hier eine gangbare Route zu finden, denn ins Tal hinunter zum Willis Lake ist es extrem abschüssig. Normalerweise kürzt man die Gipfeltour nicht hier, sondern hinter dem dritten Gipfel ab oder kehrt über den relativ einfach zu begehenden Kamm des fünften Gipfels ins Tal zurück. Nach einem langen und mühsamen Abstieg mit vielen Verzögerungen, um einen besseren Kurs zu finden, kommen wir oberhalb von Willis Lake heraus. Wir statten dem See einen kurzen Besuch ab.

Willis Lake
Willis Lake
Glacier Lilies am Willis Lake Pfad
Glacier Lilies am Willis Lake Pfad

Vom See aus führt ein Wanderpfad zurück zum Parkplatz. Für die insgesamt bewältigte Strecke von 5.2 Kilometern haben wir heute sechs Stunden gebraucht. Der Circuit bis zum vierten Gipfel ist 9,5 km lang und benötigt bei guten Bedingungen ebenfalls sechs Stunden. Schließt man zusätzlich den fünften Gipfel mit ein, sind es knapp 11 Kilometer und siebeneinhalb Stunden.

Clearwater River Trails 

Clearwater River im Wells Gray Provincial Park
Clearwater River im Wells Gray Provincial Park

Der Clearwater River entspringt in den Cariboo Mountains und fließt gut 200 Kilometer nach Süden bis zu seiner Mündung in den North Thompson River bei der Stadt Clearwater. Fast der gesamte Flusslauf liegt innerhalb des Wells Gray Provincial Parks. Im Norden des Parks durchfließt er zwei große Seen, Hobson und Clearwater Lake. Größere Nebenflüsse sind Hobson Creek, Azure River, Murtle River, Mahood River, Hemp Creek, Grouse Creek und Spahats Creek.

Das östliche Ufer des Clearwater River ist von der gut ausgebauten Parkstraße, der Clearwater Valley Road, aus zugänglich. Hier verläuft der Clearwater River Trail, ein Wanderweg, der sich überwiegend am Flussufer entlang schlängelt, aber auch viele Steigungen aufweist. Andere Wanderwege weiter nördlich im Park führen ebenfalls zum Clearwater River.

Am westlichen Ufer des Flusses entlang verläuft die unbefestigte Clearwater River Road. Sie bietet Zugang zu mehreren Ein- und Ausstiegspunkten des Wildwasser-Raftings, für das der Fluss wegen seiner vielen Stromschnellen berühmt ist. Die Straße endet nach gut 38 Kilometern bei einer deaktivierten Brücke am Mahood River. Hier beginnt ein Wanderweg zu den Sylvia Falls und zum Mahood Lake. Die Clearwater River Road ist sehr rau und oft durch Überflutungen und Steinschlag beschädigt. Dank des Whitewater Raftings wird sie immer wieder notdürftig in Stand gesetzt. Seit 2020 ist sie leider nach einer massiven Überschwemmung bis auf weiteres gesperrt.

Clearwater River Trail (CRT)

Der Clearwater River Trail führt am östlichen Ufer des Clearwater Rivers entlang. Von der Clearwater Valley Road, die den Wells Gray Provincial Park erschließt, gibt es mehrere Zugänge. In den frühen 1990er Jahren konnte man die gesamten 17 Kilometer zwischen Dutch Lake in Clearwater und dem Third Canyon wandern. Inzwischen sind einige Abschnitte des Wanderwegs unpassierbar.

CRT I: Dutch Lake - Triple Decker Falls

Entfernung
7,4 km
Dauer
2 ¼ Std.
Inkl. Pausen
3 Std.
Min. Höhe
422 m
Max. Höhe
659 m
Anstieg oder
Abstieg
237 m
Kum. Anstieg
oder Abstieg
399 m
618 m
Datum
29.9.2010
03.8.2014

 
Herbstlaub am Clearwater River
Herbstlaub am Clearwater River

Dieser Abschnitt des Clearwater River Trails ist sehr beliebt und während der Laubfärbung im Herbst besonders schön zu wandern. Auf meinem Spaziergang Ende September bin ich alleine unterwegs und parke mein Fahrzeug in Clearwater am Dutch Lake Road Trailhead.

Der Weg führt am Flussufer entlang, manchmal so nah, dass er von Frühjahrsüberschwemmungen ausgewaschen ist. Die Bäume sind bunt, die Blätter beginnen zu fallen. Überall schießen Pilze aus dem Boden.

Der dramatischste Teil des Weges führt über einen Hang aus Lavageröll und am Fuß einer 100 Meter hohen Klippe aus Basaltgestein entlang. Der Pfad wird so eng und steil, dass ein Seil gespannt ist, an dem man sich festhalten kann.

Basaltfelsenklippe
Basaltfelsenklippe
Buntes Laub am Fluss
Buntes Laub am Fluss

Der Clearwater River ist sehr beliebt für Wildwasser-Rafting. Nicht weit entfernt von der Mündung des Candle Creeks in den Clearwater River befindet sich ein Pfad hinunter zum Fluss. Das Wasser ist hier ruhiger, so dass die Rafter gerne anhalten und für einen kleinen Ausflug zu den Candle Creek Falls aussteigen.

 

Die Candle Creek Falls (10 m) sind einer der vielen Wasserfälle im Wells Gray Park.

Brücke über Candle Creek
Brücke über Candle Creek

Mehreren Generationen von Spechten scheint der Platz bei den Candle Creek Falls ebenfalls gefallen zu haben.

Candle Creek
Candle Creek
Spechtbaum
Spechtbaum
Candle Creek Falls
Candle Creek Falls

Ich klettere zum Fuße des Wasserfalls hinunter. Falls man nicht wasserscheu ist, kann man sogar hinter den Fällen stehen.


Ein kleiner Seitenweg führt zum Osprey Viewpoint. Hier hat man einen Ausblick auf den Clearwater River mit der Insel Goose Rock und der Stromschnelle namens Surprise Eddy.

Der Weg führt nun stetig bergauf. Kurz bevor er an der Clearwater Valley Road endet, gibt es noch den Abstecher über einen sehr steilen und rutschigen Pfad hinunter zu den sehenswerten Triple Decker Falls. Sie fallen in drei Stufen insgesamt 60 Meter tief.

Triple Decker Falls
Triple Decker Falls
Triple Decker Falls Close-up
Triple Decker Falls Close-up

Ich erreiche die Clearwater Valley Road bei Kilometer 4,3. Hier gibt es keinen offizieller Parkplatz, sondern nur zwei, drei Stellplätze hinter den Leitplanken. Da ich weder ein Fahrrad noch ein Auto hier positioniert habe, laufe ich für den Rückweg ein Stück die Clearwater Valley Road entlang. An den Überland-Stromleitungen von BC Hydro schlage ich mich rechts zum Fluss hinunter. Dort stoße ich wieder auf den Clearwater River Trail, der mich zu meinem Auto zurückbringt.

Clearwater River Trail im Sommer
Clearwater River Trail im Sommer

Ein anderes Mal, im August, bin ich mit Freunden unterwegs, und wir verteilen unsere Fahrzeuge auf beide Enden des Wanderwegs. Diesmal wandern wir den Trail flussabwärts. Wir beginnen also bei der kleinen Ausfahrt mit dem Woodlot-Schild bei Kilometer 4,3 auf der Parkstraße und enden am Dutch Lake in Clearwater. Es ist sehr angenehm, dort unser geparktes Auto vorzufinden, das uns zu den anderen Fahrzeugen zurückbringt.

 

CRT II: Triple Decker Falls - Natural Bridge

Dieser Teil des Clearwater River Trails wird nicht mehr instand gehalten und ist inzwischen schlecht passierbar. Die Zugänge sind bei Kilometer 4,3 (Triple Decker Falls) und bei Kilometer 8,6 (Natural Bridge) auf der Clearwater Valley Road zu finden. Die Wanderung auf diesem Abschnitt ist 10 km lang und man benötigt etwa 3 bis 4 Stunden.

Für letzte verfügbare Informationen aus dem Jahr 2016 siehe hier.

CRT III: Natural Bridge - Spahats Canyon

Entfernung
5,3 km
Dauer
3 Std.
Min. Höhe
389 m
Max. Höhe
757 m
Anstieg
368 m
Kum. Anstieg
680 m
Kum. Abstieg
660 m
Datum
21.6.2014

 

Auch dieser Teil des Clearwater River Trails wird nicht mehr instand gehalten. Nachdem er schon im Jahr 2014 streckenweise überwachsen und schlecht zu finden war, ist er inzwischen unpassierbar geworden, denn die Brücke über den Spahats Creek ist im Juli 2020 weggeschwemmt worden. Es ist nicht zu erwarten, dass die Brücke ersetzt wird. Man kann die sehr sehenswerte Mündung des Spahats Creeks in den Clearwater River jedoch immer noch von der anderen Seite her, vom Spahats Canyon aus erreichen.

Wasserfall statt Natural Bridge
Wasserfall statt Natural Bridge

Der Weg beginnt bei Kilometer 8,6 auf der Clearwater Valley Road. Er führt in den Wald und nach etwa 10 Minuten erreicht man die Abzweigung zum nächst-südlichen Abschnitt des Clearwater River Trails (siehe oben, CRT II). Wir gehen geradeaus und über eine steinige und abschüssige Strecke zur Natural Bridge. Laut einer alten Beschreibung ist der Aussichtspunkt über einen noch schwach zu erkennenden Trampelpfad zu erreichen. Wir haben ihn diesmal nicht gefunden, aber wenn man die Kletterei in schwierigem Gelände nicht scheut, sollte es möglich sein, die natürliche Felsenbrücke zu entdecken.

Der weitere Weg führt im Zickzack bergab und ist im Lavageröll leicht zu verlieren. Theoretisch folgt er Cairns, die aber nicht mehr stehen oder verdeckt sind. Durch ein Stück Wald gelangt man auf den Boden des Canyons, den die immer noch von dichtem Gebüsch verdeckte Natural Bridge überspannt. Umgewehte Bäume liegen im Weg, es geht wiederholt steil bergauf und bergab, und Aussicht gibt es leider keine.

Am Ende eines schmalen Grats geht der Pfad erneut verloren. Rechts befinden sich 150 Meter hohe Klippen aus Vulkangestein, links ist der Clearwater River. Zu dessen Ufer führt der Weg nun hinunter, um sofort wieder vom Fluss weg hinaufzusteigen. Es ist hier teilweise so steil, dass ein Seil gespannt ist, an denen man sich festhalten kann.

An einer Weggabelung gehen wir rechts, um die neue Brücke über den Spahats Creek zu erreichen. Spahats Creek ist steil und reißend. Immer wieder kommt es hier zu Überflutungen.

Spahats Creek
Spahats Creek
Spahats Creek Brücke
Spahats Creek Brücke

Diese Brücke ersetzte im Jahr 2002 die damalige Brücke, die vom Creek weggerissen wurde. Im Jahr 2020 erlitt die neue Brücke das gleiche Schicksal und beschränkt die hier beschriebene Wanderung auf zwei Teilstrecken, die nicht mehr verbunden werden können.


Die Stelle hier am Ende des Spahats Canyons, wo der tosenden Creek in den Clearwater River mündet, ist einzigartig. Sie führt einem die Naturgewalt des Wassers eindrücklich vor Augen. Man kann diesen Ort glücklicherweise immer noch von der anderen Seite der zerstörten Brücke aus erreichen.

Spahats Creek und Reste der zerstörten alten Brücke
Spahats Creek und Reste der zerstörten alten Brücke
Steiler Aufstieg zur Aussichtsplattform
Steiler Aufstieg zur Aussichtsplattform

Wir überqueren die Brücke, klettern eine kleine Leiter hoch und erreichen eine Weggabelung. Nach rechts geht es zum Fuß der Spahats Falls, ein Ausflug nur für Nervenstarke, vor allem wenn man bis ganz zum Ende des tiefen, engen und sehr nassen Canyons gehen will.

Wir wenden uns nach links und klettern eine halbe Stunde lang den extrem steilen Berghang hoch. Dies ist kein offizieller Trail und er hat keine Serpentinen, die den Aufstieg erleichtern würden. Ziemlich außer Atem kommen wir nahe bei der Aussichtsplattform für die Spahats Falls heraus.

Spahats Falls
Spahats Falls

Der Blick zurück auf den Spahats Canyon zeigt uns die Wegstrecke, die wir bewältigt haben.

Spahats Canyon
Spahats Canyon
CRT IV: Spahats Canyon - First Canyon

“Vielleicht Bald“
Dieser Abschnitt des Clearwater River Trails steht noch auf meiner To-Do-Liste.

CRT V: First Canyon - Third Canyon

“Vielleicht Bald“
Seit August 2017 ist der Zugang zum Third Canyon wegen einer beschädigten Brücke geschlossen.

Die Clearwater River Road und der Sylvia Falls Trail

Entfernung
7,4 km
Dauer
2 ½ Std.
Min. Höhe
534 m
Max. Höhe
609 m
Anstieg
63 m
Datum
16.9.2012

 

Seit Juli 2020 ist die Clearwater River Road ab Kilometer 9 wegen erheblicher Flutschäden bis auf weiteres geschlossen.

Im Jahr 2012 fahren wir die gesamten 38 Kilometer bis zu ihrem Ende, wo der Wanderweg zu den Sylvia Falls beginnt. Die Straße hat viele Schlaglöcher und die Zweige des Gebüschs an ihrem Rand ragen bis in die Fahrbahn, aber sie ist zu der Zeit mit einem normalen PKW passierbar.

Unterwegs halten wir bei „The Kettle“ an. Dieser Canyon und seine mit einem Schwierigkeitsgrad von 6+ bewerteten Stromschnellen sind nur bei niedrigem Wasserstand und von den erfahrensten aller Wildwasserfahrer passierbar.

Die Straße endet am Mahood River, der hier in den Clearwater River mündet. Es gibt keine Brücke mehr über den Mahood River, dafür einen rudimentären Zeltplatz.

Hier beginnt der Trail zu den Sylvia Falls. Er führt am Mahood River entlang und durch einen üppigen Wald aus Zedern, Tannen und jeder Menge Devil´s Club, ein sehr dorniges Gestrüpp. Es gilt, einige nasse Abschnitte zu überwinden. Die Boardwalks sind baufällig und umgewehte Bäume liegen im Weg. Der Pfad wird ganz offensichtlich nicht regelmäßig instand gehalten.

Nach 40 Minuten wird das Tal enger und der Pfad steigt an. Man hat einen schönen Ausblick auf den Mahood River. In der Ferne sind die Goodwin Falls zu sehen und zu hören. Wir lassen den Seitenpfad zu den Goodwin Falls zunächst rechts liegen und gehen weiter zu den Sylvia Falls. Sie sind spektakuläre 90 Meter breit und 20 Meter hoch

Sylvia Falls
Sylvia Falls

Wir steigen den kurzen Weg zum Fuß der Fälle hinab. Hier kann man an einem heißen Sommertag den Sprühregen genießen.

Am Fuß der Sylvia Falls
Am Fuß der Sylvia Falls

Theoretisch führt der Weg von hier weiter bis zum Mahood Lake, doch er wird nicht mehr unterhalten. Es sind nur 2 ½ Kilometer, doch man benötigte dafür zuletzt 1 ½ Stunden. Es ist unklar, ob der Weg überhaupt noch passierbar ist, die letzten Informationen stammen von 2014.

Auf dem Rückweg nehmen wir den Seitenweg zu den Goodwin Falls. Er ist besonders schlecht in Schuss. An seinem Ende suchen wir im Unterholz nach einem Aussichtspunkt, von dem aus wir den berühmten Blick auf beide Fälle ergattern können: Goodwin mit Sylvia Falls direkt darüber. Die Vegetation ist inzwischen so dicht, dass ich kein Foto davon aufgenommen habe.

Sobald die Clearwater River Road repariert und wieder eröffnet wird, steht ein neuer Ausflug hierher auf meinem Programm. Ich möchte diese Umgebung gerne noch ein bisschen ausführlicher erkunden.

Moul Falls, McDiarmid Falls & Birch Rim Bluffs 

Moul Falls & McDiarmid Falls

Entfernung
9,1 km
Dauer
3 ½ Std
Min. Höhe
509 m
Max. Höhe
748 m
Anstieg
236 m
Kum. Anstieg
604 m
Kum. Abstieg
604 m

 

Moul Falls und McDiarmid Falls sind zwei weitere spektakuläre Wasserfälle im Wells Gray Park. Frühsommer oder Herbst sind eine gute Zeit, um sie zu besuchen. Die Moul Falls sind inzwischen ein beliebtes und zeitweise regelrecht überlaufenes Ausflugsziel geworden und ich versuche, dort die Wochenenden und vor allem die Feriensaison zu vermeiden.

Die ersten 1,7 Kilometer des Wanderwegs befinden sich außerhalb des Provinzparks. Sie führen über eine alte Forststraße, die für einen knappen halben Kilometer parallel zur Parkstraße verläuft und dann nach Westen abbiegt. Nach vierzig Minuten weist ein Schild nach links zu den Moul Falls. Hier beginnt das Parkgelände und der Weg wird zu einem schmalen Pfad. Er führt durch einen Wald von Birken und Kiefern, der während der Herbstfärbung ganz besonders attraktiv ist. Auf der rechten Seite des Wegs tost Grouse Creek über altes Lavagestein. Der Pfad führt steil bergab am Bach entlang bis zu dem Beginn eines engen Canyons, durch den das reißende Wasser geschleust wird. An seiner Absturzstelle fällt Grouse Creek 35 Meter tief hinunter.

Den ersten guten Blick auf die Fälle habe ich in der zweiten Haarnadelkurve auf dem Weg in den spektakulären Canyon hinunter.

Moul Falls
Moul Falls

Der Pfad zum Fuß der Fälle wird am Ende so steil, dass er vor vielen Jahren durch eine Treppe ersetzt wurde. Heute besteht sie aus Metall, denn die alte Treppe aus Holz hielt dem ständigen Sprühwasser der Fälle nur eine begrenzte Zeit stand.

Von Ende Juli an ist es möglich, hinter die Fälle zu klettern und den einzigartigen Blick durch das fallende Wasser zu erleben. Vorher sind die Fälle wegen der Schneeschmelze zu gewaltig und der Zugang unmöglich.

Am Fuss der Moul Falls
Am Fuss der Moul Falls
Regenbogen im Moul Falls Canyon
Regenbogen im Moul Falls Canyon

Unterhalb der Moul Falls schnellt Grouse Creek weiter ins Tal hinunter. Er stürzt über die 10 Meter hohen McDiarmid Falls, bevor er schließlich in den Clearwater River mündet. Um die McDiarmid Falls zu erwandern, klettere ich vom Fuss der Moul Falls zurück zum Hauptweg.


Eine Brücke überquert Grouse Creek, dessen anderes Ufer außerhalb des Parks liegt. Bereits dreimal ist die Brücke ersetzt worden, da das wiederkehrende Frühjahrshochwasser ihre Vorgänger jeweils weggerissen oder baufällig gemacht hat. Ich folge dem Grouse Creek Canyon flussabwärts und komme an der Abzweigung zum Birch Bluffs Rim vorbei, eine mögliche Ausweitung der Wanderung, die weiter unten beschrieben wird.

 

Heute gehe ich geradeaus ins Tal hinunter. Es ist feucht hier und die Vegetation fast dschungelartig. Im Jahr 2012 führt eine malerische Holzbrücke über den Grouse Creek. Inzwischen haben die Wassermassen sie leider fortgeschwemmt, und bei meinem letzten Besuch im Jahr 2020 sind nur noch ihre verwitterten Holzfundamente zu erkennen.

Im Jahr 2012 ist es mir noch möglich, die Brücke zu überqueren und meinen Weg auf der anderen Seite des Grouse Creek fortzusetzen, wo der Pfad in den Clearwater River Trail übergeht, dem ich nach Süden in Richtung der Sabre Tooth Rapids folge. Auch damals schon ist der Uferweg stark erodiert und wird wegen der Steilheit des Ufers bald unpassierbar.

Clearwater River Trail
Clearwater River Trail

Ich kehre um, überquere die Holzbrücke ein zweites Mal und wandere hinunter bis zur Mündung des Grouse Creek in den Clearwater River.

Mündung des Grouse Creek in den Clearwater River
Mündung des Grouse Creek in den Clearwater River

Auf dem Rückweg nehme ich die Abzweigung zu den unteren McDiarmid Falls. Sie bieten zu dieser wasserreichen Jahreszeit einen besonders spektakulären Anblick.

Lower McDiarmid Falls
Lower McDiarmid Falls

Dann wandere ich zurück zum Hauptweg und weiter flussaufwärts aus dem Tal des Grouse Creek hinaus.

Grouse Creek
Grouse Creek
Morchel
Morchel

Im späten Mai kann man hier Morcheln finden. Doch wenn man sie nicht schon sehr früh morgens pflückt, sind sie meist schon von Insekten befallen und ungenießbar.

 

Ein kurzer Abstecher führt mich zu den oberen McDiarmid Falls.

Upper McDiarmid Falls
Upper McDiarmid Falls

Bald gelange ich zurück an die Gabelung mit dem Birch Bluffs Rim Trail, den ich jedoch an einem anderen Tag erkunden werde. Ich wechsele wieder auf die andere Seite des Grouse Creek und steuere den Wanderparkplatz an.

Birch Bluffs Rim - Hemp Creek

Entfernung
10,6 km
Dauer
4 Std
Min. Höhe
510 m
Max. Höhe
684 m
Anstieg
174 m
Kum. Anstieg
781 m
Kum. Abstieg
781 m

 

Wenn man am Coal Creek umkehrt, kann man die Wanderung auf dem Birch Bluffs Rim Trail mit den Moul Falls kombinieren. Im Juli 2012 habe ich mir jedoch vorgenommen, den gesamten Birch Bluffs Höhenweg bis zur Hemp Creek Bridge zu gehen, um von dort über den im Tal verlaufenden East Hemp Creek Trail zum Startpunkt zurückzukehren.

Auf dem Moul Falls Trail biege ich daher bereits ein Stück vor dem Wasserfall ab und überquere die Brücke über den Grouse Creek. Schnell erreiche ich die Abzweigung zum Birch Bluffs Rim Trail. Nach wenigen Minuten bergauf gelange ich zu einem Aussichtspunkt mit einer Bank und einem beeindruckenden Ausblick auf den Clearwater River.

Bank über dem Clearwater River
Bank über dem Clearwater River

Die Klippe, auf der der Höhenweg verläuft, steigt stetig an und die Aussicht wird immer besser.

Panorama am Höhenweg
Panorama am Höhenweg

In der Ferne erkenne ich den Zusammenfluss von Clearwater River und Hemp Creek und die Hemp Creek Canyonlands mit Green Mountain im Hintergrund. Ein Stück weiter ist die flache Erhebung vulkanischen Ursprungs mit dem treffenden Namen Flatiron auszumachen.

Der Birch Bluffs Rim Trail führt oft nahe am Abgrund entlang und bietet immer wieder weite Ausblicke auf die Flusslandschaft. Nach einer weiteren Stunde erreiche ich Coal Creek. Der Pfad führt nun bergab und durch den Wald. Viele umgewehte Bäume machen ihn beschwerlich und unübersichtlich. Er wird ganz offensichtlich nicht regelmäßig instand gehalten.

Ich gelange an die Kreuzung mit dem Flatiron Trail und halte ich mich links, wo ich auf die Hemp Creek Bridge stoße. Auf der anderen Seite der Brücke führt der West Hemp Creek Trail zum Clearwater River und endet dort. Mein Plan war es, über den diesseitigen East Hemp Creek Trail zur McMillan Cabin am Clearwater River und von dort über das Clearwater River Chalet zurück zu den Birch Bluffs zu wandern. Wegen der zunehmenden Unwegsamkeit der Trails und der großen Entfernungen, beschließe ich jedoch, auf Nummer sicher zu gehen und auf dem gleichen Weg zurückzukehren, den ich gekommen bin.

Auf dem Rückweg mache ich einen Abstecher hinunter zum Clearwater River Chalet. Auf dem Weg zum Fluss verändert sich die Vegetation und ist viel üppiger als oben auf dem Rim Trail.


Kurz vor dem Chalet stoße ich tatsächlich auf die südliche Kreuzung mit dem East Hemp Creek Trail. Er sieht auch an diesem Ende sehr verwildert aus, was mich in meiner vorher getroffenen Entscheidung bestätigt.

Chalet am Clearwater River Trail
Chalet am Clearwater River Trail

Ich halte eine letzte Rast am Fluss. Von hier aus könnte ich auf dem Clearwater River Trail in Richtung Norden die McMillan Cabin besuchen oder im Süden zur Mündung des Grouse Creek gelangen. Auf beides verzichte ich und steige stattdessen zurück auf die Birch Bluffs, um von dort den Rückweg anzutreten. Da ich nicht den geplanten Rundweg machen konnte, bin ich auf meiner Strecke von gut 10 Kilometern extrem viel bergauf und bergab gelaufen.

 

Stand 2020: die Brücke über den Hemp Creek ist weggeschwemmt und bisher nicht ersetzt worden. Einige der erwähnten Trails werden nicht regelmäßig gepflegt und sind nicht mehr beschildert.

Helmcken Falls Trails 

Helmcken Falls
Helmcken Falls

Die 141 Meter hohen Helmcken Falls sind die vierthöchsten Wasserfälle in Kanada und eine der Hauptattraktionen im Wells Gray Park. Vom Aussichtspunkt aus macht es den Eindruck, als wenn der Murtle River in ein Weinglass gegossen würde.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Menschenmassen bei der Aussichtsplattform zu entkommen und die Fälle auf den folgenden Wanderungen aus unüblichen Perspektiven zu sehen.

 

Helmcken Falls South Rim Trail

Entfernung
8 km
Dauer
2 ½ Std.
Min. Höhe
745 m
Max. Höhe.
807 m
Abstieg
62 m
Datum
21.7.2001

 

Bevor im Jahr 1964 der Aussichtspunkt auf der Nordseite der Helmcken Falls angelegt wurde, war der South Rim Trail am Südrand des Canyons der einzige Weg, die Helmcken Falls zu besuchen. Er führt durch einen Wald von Tannen, Zedern und gelegentlichen Cottonwood Pappeln und folgt den Biegungen des Murtle River. Auf unserer Wanderung im Jahr 2001 sind viele Bäume umgeweht und es gibt reichlich Mücken.

Nach etwa einer Stunde hören wir von weitem erstmals das Dröhnen der Fälle. Höchste Zeit, unseren Hund an die kurze Leine zu nehmen. Der Fluss wird zum Wildwasser und verschwindet unvermittelt über die Abbruchkante der Fälle.


Um besser zu sehen, möchte man sich in Richtung des Abgrunds lehnen, doch das lässt man besser, denn der Rand des Pfads ist instabil und stellenweise erodiert.

Hier auf der Südseite ist man den Fällen sehr nahe und ihrem Sprühregen ausgesetzt. Unaufhörliches Donnern und Tosen lässt einen die extreme Naturgewalt der Wassermassen spüren.


Auf der gegenüberliegenden Seite ist die häufig überfüllte Aussichtsplattform zu sehen. Hier sind wir heute die einzigen Besucher.

Gattling Gorge Trail

Diese Wanderung im Canyon des Murtle Rivers steht noch auf meiner To-Do-Liste.

Zum Fuß der Helmcken Falls
Zum Fuß der Helmcken Falls
Zum Fuß der Helmcken Falls
Entfernung
8,6 km
Dauer
5 Std.
Inkl. Pausen
8 hrs
Min. Höhe
640 m
Max. Höhe
815 m
Abstieg
175 m

 

Diese Wanderung ist sehr schwierig und es gibt keinen offiziellen Pfad. Die Kombination aus dem erforderlichen „Bushwacking“ und der Steilheit des Geländes sowie der abschüssige, mit nassem Gras bedeckte Abhang am Ende macht die Route gefährlich. Wir sind sie als Gruppe mit Roland Neave, einem erfahrenen Guide, gegangen. In Rolands aktuellem Wanderführer ist diese Wanderung nicht mehr aufgelistet.

Vom Helmcken Falls Parkplatz wandern wir am Rand des Canyons entlang. Die Ausblicke auf den Murtle River und seinen Zusammenfluss mit dem Clearwater River sind spektakulär. Nach 1,6 Kilometern geht es links hinunter in den Canyon. Man steigt nur 10 Meter ab und folgt dann dem Saum der Klippen tief in den Canyon hinein. Der Pfad ist stellenweise sehr schmal und der baumbestandene Hang hinunter zum Murtle River steil. An einer Stelle ist der Saumpfad unterbrochen und wir müssen uns durch den Wald kämpfen. Wegen der vielen umgewehten Bäume und des dichten Gestrüpps verlieren wir die optimale Route und das Fortkommen kostet uns viel Zeit.

Nach einer Weile eröffnet sich der Blick auf den Murtle River tief unter uns.

Murtle River
Murtle River

Das Rauschen der Helmcken Falls wird lauter und lauter. Wir erreichen eine Kaverne in den Klippen, die sich direkt unter der 150 Meter höher gelegenen Aussichtsplattform befindet. Leider hat sich hier mit der Zeit einiges an Müll angesammelt, der von der Plattform herunter geworfen wird.

Von der Kaverne hat man den ersten guten Blick auf die Fälle und es ist ein geeigneter Ort für eine Pause.

Erster Blick auf Helmcken Falls
Erster Blick auf Helmcken Falls

Von hier an ist der Saumpfad für eine Weile etwas besser zu gehen. Am Ende gibt es einen Anstieg, der so eng ist, dass wir ihn nur einzeln passieren können. Dann gelangen wir auf einen grasbewachsenen Abhang. Wir befinden uns so tief im Kessel der Fälle, wie man noch halbwegs sicher gehen kann. Ab hier wird es extrem steil und gefährlich, zumal der Sprühregen des Wasserfalls den Untergrund rutschig macht.

Das Tosen der Fälle ist unbeschreiblich. Schnell ist man völlig durchnässt. Lange kann man sich hier nicht aufhalten.


 

Den besten Blick auf den Wasserfall haben wir ohnehin aus einer etwas größeren Entfernung.


Bald schon machen wir uns auf den beschwerlichen Rückweg. Für den Hinweg haben wir vier Stunden gebraucht, insgesamt werden es fast sieben Stunden sein. Ein sehr lohnenswertes Abenteuer, das ich allerdings nicht wiederholen werde.

Wells Gray Park im Winter 

Helmcken Falls im Dezember 2011
Helmcken Falls im Dezember 2011

Auch im Winter sind einige der Attraktionen im Wells Gray Park erreichbar und haben in Eis und Schnee ihren ganz besonderen Reiz.

Dazu zählen ein Besuch der Helmcken Falls Aussichtplattform, Schneeschuhwandern auf dem Helmcken Falls South Rim Trail und dem Moul Falls Trail, Skilanglaufen am Murtle River und der Besuch von Dawson Falls, Mushbowl Falls und Spahats Creek Falls.

Dawson Falls
Dawson Falls
Moul Falls

Im Januar 2011 machen wir einen Ausflug auf Schneeschuhen zu den Moul Falls. Auf dem steilen Pfad zum Fuß der Fälle ziehen wir die Schneeschuhe aus. Es kann dort sehr glatt sein und das letzte Stück ist eine Treppe. Große Teile des Wasserfalls sind in diesem Jahr zu Eis erstarrt und majestätisch anzusehen.

Moul Falls
Moul Falls
Januar 2011
Januar 2011
Ski-Langlauf auf der Loppet Loop zur King Hut
Loppet Loop
Loppet Loop
King Hut
(retour)
14 km
2 Std.
Loppet
25 km
>3 Std.
Stillwater
Trailhead
bei km 35,5
Murtle River Trailhead
bei km 40

 
Murtle River Trail
Murtle River Trail

Am Murtle River entlang ist gewöhnlich eine Langlauf-Loipe gespurt. Früher fand hier der Wells Gray Birchleg Loppet Lauf statt, bis er im Jahr 2012 nach Clearwater auf die Candle Creek Langlauf Trails verlegt wurde. Es handelt sich um ein Skirennen, bei dem die Teilnehmer sich mit Fellen und Wikinger-Helmen kostümieren und eine skandinavische Legende aus dem 13. Jahrhundert wiederaufleben lassen.

Die Skitour entlang des Murtle Rivers im tiefen Winter ist ein besonderes Erlebnis. Bis zur King Hut und zurück sind es knapp 14 Kilometer.

Murtle River
Murtle River
Majerus Farm
Majerus Farm
Pyramid Bay mit Pyramid Mountain
Pyramid Bay mit Pyramid Mountain
King Hut
King Hut
Ski-Langlauf auf den Candle Creek Trails
Candle Creek Trails
Candle Creek Trails

Das Candle Creek Langlauf-Gebiet zieht sich über die untere Hänge des Raft Mountain und ist von der Stadt Clearwater aus zu erreichen. Die Loipen (insgesamt 28 km) werden vom Wells Gray Outdoor Club unterhalten und regelmäßig gespurt.

Im Sommer fährt man auf den Trails Mountain Bike.